Heft 59 (30. Jg. 2017): Psychoanalyse in der Schweiz

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Michael Schröter
Hanns Sachs bei den Schweizern. Aus seinen Briefen an Sigmund Freud 1918/19
(S. 7–30)

Zusammenfassung: Aufgrund von 40 unveröffentlichten Briefen, die er 1918/19 an Freud schrieb, wird herausgearbeitet, wie Hanns Sachs in der Schweiz, die er um seiner Gesundheit willen aufgesucht hatte, den Wechsel vom Anwaltsberuf zu einer Wirksamkeit für die Psychoanalyse vollzog. Er versuchte es mit publizistischer, verlegerischer und redaktioneller Tätigkeit; wirklich einträglich waren aber nur die Kurse über Psychoanalyse, die er gab. Zunehmend übte er die Analyse auch praktisch aus, womit er der erste nicht-ärztliche Berufsanalytiker wurde. Die Armseligkeit seiner praktischen Erfahrung verhinderte nicht, dass er als Lehranalytiker nach Berlin berufen wurde. Dokumentiert wird nicht zuletzt sein Konflikt mit Oskar Pfister wegen seines Versuchs, die neu gegründete Schweizerische Gesellschaft für Psychoanalyse der Kontrolle der IPV-Zentrale zu unterwerfen.

Summary: Hanns Sachs among the Swiss. From his letters to Sigmund Freud 1918/19. On the basis of 40 unpublished letters, this paper relates how Sachs, a former lawyer, who had gone to Switzerland for health reasons, underwent a transition to an activity in the service of psychoanalysis there. He tried to find work as writer and editor, but the only field which provided a reasonable income was teaching. In addition, he increasingly turned to psychoanalytic practice, thus becoming the first non-medical professional analyst. His meagre therapeutic experience did not prevent him from being appointed in 1920 as training analyst in Berlin. This paper also documents Sachs‘ conflict with Oskar Pfister when he attempted to subject the newly founded Swiss psychoanalytic society to the control of the IPA headquarters.

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