Heft 59 (30. Jg. 2017): Psychoanalyse in der Schweiz

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Ulrike May
„Lieben heißt Sterbenwollen. Das steht felsenfest in mir“. Der Todestrieb im Briefwechsel zwischen Freud und August Stärcke (S. 112-142)

Zusammenfassung: Der bislang unveröffentlichte Briefwechsel (1912-1922) zwischen Freud und den holländischen Psychoanalytikern August und Johan Stärcke wird beschrieben. Sechs Briefe zwischen August Stärcke und Freud aus dem Jahr 1922 werden erstmals publiziert. Sie befassen sich mit dem von Freud 1920 eingeführten Todestrieb, dem Stärcke sein eigenes Konzept eines Todestriebs aus dem Jahr 1914 gegenüberstellte. Die beiderseitigen Missverständnisse und Fehlleistungen im brieflichen Austausch werden dargestellt. Es wird die These vertreten, dass Freuds Unterstellung, Stärcke sei ein Anhänger Jungs, diesen am meisten kränkte und dazu beigetragen hat, dass der Briefwechsel 1922 abgebrochen wurde.

Summary: „To love means to want to die. Of this I am most certain.” The death drive in the correspondence between Freud and August Stärcke. Following a description of the heretofore unpublished correspondence between Freud and the Dutch psychoanalysts August and Johan Stärcke (1912-1922) six letters between Freud and A. Stärcke written in 1922 are published for the first time. They centre on the death drive introduced by Freud in 1920, which Stärcke compares to his own concept from 1914. The interesting correspondence reveals mutual misunderstandings and parapraxes. It is argued that Freud’s assumption that Stärcke was a follower of Jung, particularly offended Stärcke and contributed to the termination of the exchange in 1922.

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