Heft 38 (19. Jg. 2006): Blicke auf Freud

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Michael Molnar

Trottoir roulant, 1900 (S. 32–45)

Zusammenfassung: Zwei Photos derselben Szene, aber im Abstand von 1–2 Sekunden aufgenommen, werfen Fragen nach dem Zeitablauf und dem Geschehen zwischen erstarrten Einzelbildern auf. Abgebildet sind Freud und eine Gruppe von Verwandten im Sommer 1900. Wie in Erwartung eines Vortrags, der noch nicht begonnen hat und vielleicht nie beginnen wird, sehen sie ihrem jeweiligen Schicksal entgegen. Was geschehen wird, ist im gegenwärtigen und vergangenen Geschehen impliziert. Der Mechanismus des trottoir roulant oder von erinnerten Traumszenen ist dem Zeiterleben, wie es aus diesen fragmentierten Bildern rekonstruiert wird, analog.

Summary: Trottoir roulant, 1900.
Two photos of the same scene, but taken at an interval of a second or two, raise questions of the time lapse and what occurs between frozen frames. The subjects are Freud and a group of his relatives in the summer of 1900. As if waiting for a lecture which has not yet begun, and may never begin, they face their respective fates and futures. What will happen is implicit in what is happening and in what has already happened. The mechanisms of the Trottoir roulant or of dream scenes recalled are analogous to the experience of time reconstructed from these fragmented images.

Schlagworte: Freud: Leben (1900); Fotografie

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