Heft 53 (27. Jg. 2014): Psychoanalyse in Geschichte(n).

Ulrike May zum 70. Geburtstag 

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Thomas Aichhorn
"Ein Schuß gegen den Vater. Attentat eines Studenten". Sigmund Freud und der "Fall Ernst Haberl" (S. 108–121)

Zusammenfassung: Ende Oktober 1922 wurde die Familie Freud in einen Kriminalfall verwickelt: Der Sohn von Mathilde Freuds Milchschwester, Ernst Haberl, hatte auf seinen Vater geschossen. Vermittelt durch August Aichhorn wurde die Wiener Jugendgerichtshilfe zur Unterstützung des jugendlichen Täters eingeschaltet; Freud beauftragte den Rechtsanwalt Valentin Teirich mit dessen Vertretung vor Gericht. Über die Tat und auch über die Gerichtsverhandlung – Haberl wurde freigesprochen – berichtete die Wiener Tagespresse ausführlich. Dass ein in der Neuen Freien Presse veröffentlichter Kommentar zum Haberl-Prozess von Freud selbst verfasst worden sei, wie Teirich meinte, ist nach dem Urteil Anna Freuds nicht anzunehmen. 

Summary: "A shot at the father: A student's assault." Sigmund Freud and the case of Ernst Haberl. In the fall of 1922, the Freud family was involved in a criminal case: The son of Mathilde Freud's nursing sister, Ernst Haberl, had shot at his father. With the help of August Aichhorn the Viennese Juvenile Court's social assistance department was engaged on behalf of the young man. Freud commissioned the lawyer Valentin Teirich to defend him in court. The Viennese dailies reported the deed and the trial extensively (Haberl was acquitted). That a comment published in the Neue Freie Presse was written by Freud himself, as Teirich believed, is, according to Anna Freud,  highly improbable.

Schlagworte: Haberl, Ernst; Kriminologie; Teirich, Valentin

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