Heft 64 (32. Jg. 2019): Ein Wiederbeginn nach Holocaust, Krieg und Freuds Tod: Der Internationale Psychoanalytische Kongress in Zürich 1949

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Nina Bakman
Der Briefwechsel von Gustav Bally mit Alexander Mitscherlich 1946–1948 (S. 30-42)

Zusammenfassung: In den Jahren 1946–1948, vor dem ersten psychoanalytischen IPV-Kongress nach dem Krieg 1949 in Zürich, korrespondierten der Schweizer Psychoanalytiker Gustav Bally (1893-1966) und der deutsche Psychoanalytiker Alexander Mitscherlich (1908-1982). Sie waren seit 1935 befreundet. Ihr Briefwechsel gibt Einblick in den Wiederaufbau der Psychoanalyse in Deutschland, an dem Mitscherlich maßgeblich beteiligt war: die Gründung der Psyche und der psychosomatischen Klinik in Heidelberg. Zum Ausdruck kommen das Unbehagen an den deutschen politischen Verhältnissen nach dem Krieg und die tägliche Not, das Bedürfnis nach Nahrung und ausländischer Literatur seitens Mitscherlichs. Bally unterstützte ihn mit Lebensmitteln, Büchern, eigenen Beiträgen für die Psyche und Vorträgen in seinem Seminar an der Universität Heidelberg.

Summary: The correspondence of Gustav Bally with Alexander Mitscherlich 1946–1948. During the years before the first psychoanalytical IPA Congress after the war 1949 in Zurich, the Swiss and the German psychoanalysts Gustav Bally (1898–1966) and Alexander Mitscherlich (1908–1982) exchanged letters. They knew each other since 1935. The correspondence gives insight into the reconstruction of psychoanalysis in Germany, which was greatly due to Mitscherlich: the foundation of the psychoanalytic review Psyche and of the Psychosomatic Clinic in Heidelberg. It also expresses the discontent with the German political situation after the war and the urgent need for food and foreign literature on the part of Mitscherlich. Ballys supported him with care parcels, books, his own contributions to the Psyche and lectures at his seminar at Heidelberg University.

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