Heft 66 (33. Jg. 2020): Wolfgang Loch

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Jonathan Sklar, Claudia Thußbas und Peter Wegner
Michael Balint, Wolfgang Loch und die Weiterentwicklung der Methode der »Freien klinischen Gruppen« (S. 36-54)

Zusammenfassung: Die Arbeit versucht einen Einblick in die Funktionsweise der Super- bzw. Intervisionsmethode in Gruppen zu geben, wie sie jährlich auf der Jahrestagung der Europäischen Psychoanalytischen Föderation als »Free Clinical Groups« angeboten werden. Die Gruppen untersuchen klinisches Material mit einer Methode, die von Wolfgang Loch in Deutschland weiterentwickelt wurde, nachdem er ab 1958 bei Michael und Enid Balint in London Erfahrungen mit Balint-Gruppen sammeln konnte. Unserer Erfahrung nach besteht der bedeutendste Vorteil, solches Fallmaterial zu diskutieren, im Auffinden der zentralen Affekte der therapeutischen Beziehung. Indem zunächst auf Informationen zur Symptomatik, Biografie und zum bisherigen Verlauf der Behandlung des Patienten verzichtet wird, kann die Gruppe sich vorbewusst und bewusst mehr auf den Rhythmus der Affekte einlassen. Psychoanalytiker und Ausbildungskandidaten sind besonders prädestiniert, sich auf diese introspektiv zentrierten Erfahrungen einzulassen, sie als Gegenübertragungen auf den vorstellenden Analytiker zu erkennen bzw. das vorgestellte Material mikroprozesshaft zu untersuchen.

Summary: Michael Balint, Wolfgang Loch and the Development of the Method of »Free Clinical Groups«. The paper will give some ideas on the specific method of the »Free Clinical Groups« (FCG) which had been offered for the first time at the EPF annual conference in London 2010 and then yearly up to know. The Free Clinical Groups examining clinical material uses a method, which Wolfgang Loch has had developed in Germany, following his training by Michael and Enid Balint (from 1958 onwards) in the Balint-groups-method. Perhaps a major difference with say an ordinary clinical presentation, given with history is that the group can understand material intellectually but not necessarily emotionally. With that method the intensity of the affect came across to the group who are not curious and somewhat at a distance from the material, especially that of the patients early unknown childhood environment.

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