Heft 66 (33. Jg. 2020): Wolfgang Loch

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Christiane Ludwig-Körner
Ruth Bang (1897–1972) (S. 172–180)

Zusammenfassung: Dieser Beitrag erinnert an das Leben und das Werk von Ruth Bang, einer sehr produktiven und einflussreichen Psychagogin, welche die Methoden der Einzelfallhilfe (case work) für die psychoanalytisch orientierte Sozialarbeit einführte und die analytische Kinder- und Jugendpsychotherapie in Deutschland voranbrachte. Die politischen und wirtschaftlichen Krisen rund um die beiden Weltkriege prägten ihren Lebensweg. Sie engagierte sich in den dreißiger Jahren in der Betreuung jüdischer Kinder und wirkte in der Nachkriegszeit zusammen mit amerikanischen Sozialarbeiterinnen am Wiederaufbau in einem antifaschistischen Geist mit. Zu Unrecht ist Ruth Bang in Vergessenheit geraten – vielleicht auch deswegen, weil die Psychoanalyse in der sozialen Arbeit ihr Ansehen verloren hat.

Summary: Ruth Bang 1897–1972. This article recalls the life and work of Ruth Bang, a very productive and influential psychagogue, who introduced case work methods for psychoanalytically oriented social work and advanced analytical child and adolescent psychotherapy in Germany. The political and economic crises around the two world wars shaped her life. In the 1930s, she became involved in the care of Jewish children and in the post-war period, together with American social workers, she worked on reconstruction in an anti-fascist spirit. Ruth Bang has unjustly fallen into oblivion - perhaps also because psychoanalysis has lost its reputation in social work.

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