Heft 78 (39. Jg. 2026): Geschlecht in Theorie und Praxis der Psychoanalyse
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Ulrike Kadi
An der Kante. Eine kritische Würdigung von Karen Horneys Beiträgen zu psychoanalytischen Geschlechtertheorien (S. 42-58)
Zusammenfassung: Mit großer Klarsicht hat Karen Horney früh auf Mängel in der Berücksichtigung der Seite der Frau in der Psychoanalyse bei Freud und seinen MitstreiterInnen hingewiesen. Bekannt geworden ist die Berliner Psychoanalytikerin für ihre Kritik an Freuds Konzept des Penisneids. Der vorliegende Text widmet sich ihren vielfältigen Forschungen, die mit einer Reihe von Perspektivwechseln einhergegangen sind. Ihr Eintreten für die notwendige Berücksichtigung der Kultur in der Bildung von Geschlechtern ist heute nach wie vor ein gleichermaßen wichtiges wie weiter zu erforschendes Feld.
Summary: On the edge. A critical acknowledgement of Karen Horneys contributions to psychoanalytic gender theories. With great clarity of insight, Karen Horney early on identified shortcomings in how Freud and his associates addressed the female perspective within psychoanalysis. The Berlin-based psychoanalyst became best known for her critique of Freud’s concept of penis envy. This article examines her wide-ranging research oeuvre, which was marked by a series of shifts in perspective. Her insistence on the importance of culture in the formation of gender remains significant and warrants further exploration.
